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    Kletterhelm – Test und Normanforderungen PDF Drucken E-Mail
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    SUNDAY, 29 MARCH 2009 18:04

    „Steinschlag“ im Labor - Was muss ein Kletterhelm tatsächlich aushalten können?

    Normanforderungen an einen Kletterhelm

    Frontaler Aufprall

    Die Normprüfung nach EN und UIAA simuliert den Ernstfall: Ein Gewicht von fünf Kilogramm fällt aus zwei Metern Höhe auf den Helm, der auf einem Prüfkopf sitzt. Das entspricht umgekehrt einem Stein mit zwei Kilogramm, der aus fünf Metern Höhe auf den Helm fällt. Dabei muss der Helm die Fallenergie so weit aufnehmen und verteilen, dass die Kraft auf Kopf und Halswirbelsäule nicht höher ist als 10 kN (bei UIAA 8 kN). Das sind beachtliche Werte. 10 kN und entspricht einem Gewicht von einer Tonne – das kann die Halswirbelsäule aber durchaus für einige Sekundenbruchteile aushalten.

    Seitlicher Aufprall

    Für den seitlichen Aufprall sind die Vorgaben weniger streng. Hier wird der Helm mit einem Viertel der Fallhöhe getestet. Zwar wäre es nicht von Nachteil, wenn der Helm in alle Richtungen gleich funktional wäre, doch dafür müssten sie deutlich größer konstruiert sein, und das wäre nicht praktikabel. Die größte Belastung wird außerdem mit großer Wahrscheinlichkeit von oben kommen: durch einen Stein.

    Durchdringungsprüfung

    Bei der Durchdringungsprüfung fällt ein Gewicht mit einer Spitze auf die Schale herab. Diesmal wird die Kraft auf den Prüfkopf außer Acht gelassen. Geprüft wird nur, ob die Spitze den darunter liegenden Prüfkopf berührt hat. Es dürfen keine Spuren sichtbar sein.

    Tests unter reale Bedingungen

    Doch geklettert wird nicht nur bei Zimmertemperatur. Um realistische Testbedingungen zu schaffen, werden die Helme daher vor dem Test gekühlt, beziehungsweise aufgeheizt, auf – 20 und + 35 Grad Celsius. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Kunststoff nicht bei Hitze zu weich und bei Kälte zu spröde wird.

    Test des Kinnbands

    Das Kinnband muss sich ebenfalls einigen Tests stellen. Einerseits wird es auf Reißfestigkeit geprüft, andererseits darf sich der Kletterhelm nicht vorne oder hinten vom Kopf ziehen lassen.

    Für Helme, die nicht im alpinen Gelände verwendet werden, sondern als Arbeitshelme gedacht sind, gibt es andere Anforderungen. Bei 25 daN Zug muss sich das Kinnband lösen. Das ist nötig, falls man mit dem Helm hängenbleibt. Wenn das Kinnband zu stark ist, besteht die Gefahr eines Genickbruchs. Am Berg wird dieses Risiko minimal sein. Deshalb ist bei Kletterhelmen allein die Reißfestigkeit des Kinnbands entscheidend – es darf sich dabei höchstens um 25 mm dehnen.

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