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    Kletterseil – Test & Kaufberatung PDF Drucken E-Mail
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    Welches Kletterseil taugt für welche Anwendung?

    Vor dem Kauf eines Kletterseils muss geklärt sein, in welchem Bereich das Seil zur Anwendung kommen soll: in der Halle, beim Sportklettern, in alpinem Gelände, auf dem Gletscher? Von dieser Einordnung hängt die Festlegung beim Kauf entscheidend ab. Natürlich sind nicht alle Seile auf einen Anwendungsbereich beschränkt, wohl sind aber manche für bestimmte Aktivitäten ungeeignet oder gar riskant: Zum Beispiel hat ein Statikseil beim Klettern nichts verloren und ein Zwillingsseil darf nicht im Einzelstrang auf dem Gletscher verwendet werden.
    Die drei häufigsten Seiltypen sind: das Einfachseil, das Halbseil und das Zwillingsseil.

    Einfachseil


    Überall dort, wo die Gefahr einer Beschädigung durch Steinschlag gering ist, also an Kletterfelsen und künstlichen Wänden, findet überwiegend das Einfachseil Verwendung. Einfache Handhabung und Vielseitigkeit des einzelnen Seilstrangs machen es zum am häufigsten gewählten Seiltyp. Welche Seillänge die passende ist, richtet sich nach der Höhe der Route. Um später ablassen oder abseilen zu können, darf die Kletterstrecke die Hälfte der Seillänge nicht übersteigen. Aus diesem Grund ist inzwischen bei fast allen Herstellern die Seilmitte deutlich markiert. Fast alle künstlichen Wände und viele natürliche Felsrouten im Mittelgebirge sind nicht höher als etwa zwanzig Meter. Zu diesem Zweck genügt also in der Regel ein etwa fünfzig Meter langes Einfachseil.
    Die Beanspruchung des Seils beim Hallenklettern ist durch häufiges Stürzen und die Verwendung im Toprope groß. Speziell für diese Anwendung sind Hallen- oder Indoorseile konzipiert, die sich durch ihre Robustheit und eine hohe Normsturzzahl auszeichnen. Sie sind dabei aber etwas dicker und deshalb auch schwerer.

    Halbseil


    Alpines Gelände und größere Kletterstrecken in Mehrseillängenrouten erfordern oft lange Abseilstrecken im Abstieg oder beim Rückzug aus der Wand. Außerdem steigt im Gebirge die Gefahr einer Beschädigung des Seils durch Steinschlag. Diesen Ansprüchen wird vor allem das Halbseil gerecht: Es ermöglicht das Abseilen über die volle Seillänge und bei Verlust eines Seils ist das zweite übrig. Zwei Seilstränge, die für sich genommen etwas dünner und weniger belastbar sind als Einfachseile, können versetzt in die Zwischensicherungen gehängt werden. So reduzieren sich Seilreibung und die Belastung auf den Sicherungspunkt beim Sturz. An einem Halbseil lassen sich zwei Nachsteiger sichern, im Vorstieg sind immer beide Seilstränge am Gurt einzubinden. Das Handling der beiden Seile erfordert etwas Übung, beim Eisklettern und in alpinen Routen ist es aber häufig unverzichtbar. Die einzelne Verwendung eines Seilstrangs gewährleistet beim Klettern keine Sicherheit, für eine Gletscherbegehung eignet es sich aber gut.

    Zwillingsseile

    Zwillingsseile funktionieren auf ähnliche Weise wie Halbseile – mit dem Unterschied, dass sie nur im Doppelstrang verwendet werden dürfen und gleichzeitig in die Zwischensicherungen eingehängt sein müssen. Die Verwendung im Einzelstrang bedeutet bei einem Sturz Verletzungs- und Lebensgefahr durch Seilriss! Der Unterschied zum Einfachseil liegt allein in der möglichen Abseillänge.

    Diese drei Seilarten sind auf dem Etikett entsprechend gekenneichnet. Das Einfachseil durch eine 1, das Halbseil durch ½ und das Zwillingsseil durch zwei ineinander liegende Kreise.  

    Statikseile


    Beim Sportklettern nicht zur Anwendung kommen statische Seile, die über keine Elastizität verfügen. Sie werden jedoch beim Aufstieg am fixierten Seil, zum Beispiel beim Höhenbergsteigen, oder an versicherten Quergängen benötigt. Ein nachgebendes Seil wäre in diesem Fall von Nachteil. Auch beim Canyoning, bei Höhlenbegehungen und einfach zum Materialtransport werden Statikseile verwendet.